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Trichinose

Trichinose,
Trichinellose, Trichinenkrankheit:

schwere, oft lebensbedrohliche Wurmerkrankung, die v. a. den Darm und die Skelettmuskulatur betrifft.

Ursache: Der zu den Fadenwürmern gehörende Erreger, Trichinella spiralis (Trichine), kommt bei wild lebenden Fleischfressern (Karnivoren) und Allesfressern (Omnivoren) vor und wird über den Verzehr von trichinenlarvenhaltigem Muskelfleisch, das nicht ausreichend erhitzt wurde, übertragen. Außer dem Hausschwein sind Hunde und verschiedene Wildtiere natürliche Wirte des Parasiten. Nach Genuss befallener Nahrung entwickeln sich im Darm geschlechtsreife Darmtrichinen, die neue Larven bilden. Diese bohren sich durch die Dünndarmwand und gelangen über das Blut in alle Organe des Körpers, insbesondere in die Skelettmuskulatur. Dort können sie als Muskeltrichinen, eingehüllt von einer evtl. verkalkten Kapsel, jahrelang überleben. In Deutschland ist die Trichinose aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Trichinenschau von Schlachttieren seltener als in Entwicklungsländern, den USA und Osteuropa, wo der Erreger noch eine ernst zu nehmende Gefahr darstellt.

Befund: Wenige Tage nach der Ansteckung können leichtes Fieber, Übelkeit, Erbrechen und andere Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Später führt die Larvenwanderung und -abkapselung zu Muskelschmerzen und -verhärtungen bis hin zu lähmungsähnlichen Erscheinungen, die im Falle der Atemmuskulatur lebensgefährlich werden können. In diesem Stadium entwickeln sich hohes Fieber sowie Schwellungen des Gesichts, der Augenlider, des Hand- und Fußrückens. Gefürchtet ist auch das Auftreten einer allergischen Reaktion auf Wurmbestandteile mit Herz- und Kreislaufversagen, das oft zu Todesfällen führt. Zur Diagnose muss meist Muskelgewebe entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt werden, auch der Nachweis von Antikörpern im Blut ist möglich.

Behandlung:Wurmmittel wirken effektiv gegen Trichinella spiralis. Außerdem kommen Kortisonpräparate zur begleitenden Entzündungshemmung zur Anwendung. Die Prognose ist gut, die Beschwerden können aber – trotz der Beseitigung der Trichinen – längere Zeit fortbestehen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010

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