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  • Apothekerin Monika Fahrenberger-Rahjes
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Menstruationsstörungen

Menstruationsstörungen, Zyklusstörungen:

Abweichungen der Regelblutung hinsichtlich Stärke, Regelmäßigkeit und Dauer. Um eine Menstruationsstörung festzustellen, ist eine genaue Aufzeichnung der Menstruationsblutungen und evtl. Zwischenblutungen sowie der Blutungsstärke nötig. Das Kaltenbach-Schema dient der schematischen Darstellung von Menstruationsstörungen im Vergleich zur normalen Regelblutung. Die zugrunde liegenden Ursachen sind vielfältig.

Menstruationsstörungen: Schmerzen und Zwischenblutungen
Beschwerden Wahrscheinliche Ursachen Erste Maßnahmen
Schmerzhafte Menstruation und plötzlich auftretende Zwischenblutung Entzündung der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses, Endometriose ,
Polypen , Uterusmyom , psychische Ursachen, bösartiger Tumor
Frauenarzt aufsuchen zum Ausschluss einer ernsthaften Erkrankung
Schmerzhafte Menstruation und Rückenschmerzen Endometriose , Uterusmyom Frauenarzt aufsuchen
Zu starke, schmerzhafte Menstruation bei liegendem Intrauterinpessar mit Fieber, Unterbauchschmerzen Gebärmutterentzündung oder Adnexitis durch aufsteigende Infektion, selten Durchstoßung (Perforation) der Gebärmutter Sofort Frauenarzt aufsuchen, da Spirale entfernt werden muss (unbehandelt Komplikationen wie Unfruchtbarkeit und Bauchfellentzündung )
Leichte Blutung zwischen den Menstruationen (Schmierblutung) oder blutiger Ausfluss, evtl. mit leichten Unterbauchschmerzen Erkrankungen der Gebärmutter ( Polypen , Gebärmutterentzündung , Uterusmyom ), Einnahme der Antibabypille, Hormonstörung, bösartiger Tumor Frauenarzt aufsuchen
Leichte, schmerzlose Blutung nach dem Geschlechtsverkehr Portioektopie , Uteruskarzinom Frauenarzt aufsuchen
Starke Blutungen und Schmerzen nach Einsetzen der Spirale, oft mit Fieber Gebärmutterentzündung , selten Durchstoßung (Perforation) der Gebärmutter Sofort Frauenarzt aufsuchen
Blutungen oder blutiger Ausfluss in der Schwangerschaft Drohende Fehlgeburt , vorzeitige
Plazentalösung , Fehllage der Plazenta
Strenge Bettruhe, sofort Arzt rufen
Leichte Blutung 2–4 Wochen nach Ausbleiben der Regel mit einseitigen, periodisch auftretenden, dann plötzlich anhaltend heftigen Schmerzen Extrauterinschwangerschaft Notarzt rufen. Betroffene mit angezogenen Knien hinlegen und nicht allein lassen, Gefahr des Schocks 3)

 

Schmerzhafte Menstruation: Diese wird als Dysmenorrhö bezeichnet und äußert sich in starken, krampfartigen Schmerzen im Unterleib unmittelbar vor und während der Regelblutung, häufig verbunden mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Ursachen einer bereits bei Beginn der ersten Regelblutung einsetzenden Dysmenorrhö können ein verstärktes Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur, Durchblutungsstörungen oder psychosomatische Faktoren sein. Setzen die Beschwerden später ein, kommen neben psychischen Auslösern auch eine Endometriose, ein Intrauterinpessar, Verengungen des Gebärmutterhalskanals, Gebärmutterfehlbildungen oder -lageanomalien, gutartige Muskelgeschwülste und Gebärmutterpolypen infrage.

 

Menstruationsstörungen: Ausbleiben der Menstruation bis zum 17. Lebensjahr oder nach vorher normalen Zyklen
Beschwerden Wahrscheinliche Ursachen Erste Maßnahmen
Keine Menstruation, fehlende Geschlechtsbehaarung und Brustentwicklung Chromosomale Störungen (z. B. Turner-Syndrom ), verzögerte Entwicklung, Störungen
oder Tumor der Hypophyse
Frauenarzt aufsuchen
Keine Menstruation, aber Entwicklung der Brüste, spärliche oder normale Geschlechtsbehaarung Fehlbildungen der Geschlechtsorgane, Störungen oder Tumor der Hypophyse (z. B. Prolaktinom ), vermehrte Bildung männlicher Geschlechtshormone Frauenarzt aufsuchen
Ausbleiben der Menstruation ohne sonstige Symptome Schwangerschaft, Stillzeit, seelische Belastung, Hormonstörungen, beginnende Wechseljahre , Medikamentennebenwirkung, z. B. von Hormonpräparaten, Kortikoiden oder Krebsmitteln Frauenarzt aufsuchen
Ausbleiben der Menstruation und starker Gewichtsverlust Oft vorübergehende Begleiterscheinung bei schweren Erkrankungen, selten Beginn einer Pubertätsmagersucht ( Essstörungen ) Arztbesuch zur Abklärung der Ursache
Ausbleiben der Menstruation bei einer Stoffwechselerkrankung Begleiterscheinung der Grunderkrankung Behandelnden Arzt informieren, evtl. Untersuchung durch den Frauenarzt

 

Störungen der Regelmäßigkeit: Bei der Polymenorrhö verkürzt sich der Zyklus auf unter 25 Tage bei normaler Stärke und Dauer der Blutung. Sie tritt häufiger nach dem 35. Lebensjahr auf und kann auf einer verkürzten Follikelphase beruhen. Ein langer Zyklus von über 32 Tagen Dauer wird als Oligomenorrhö bezeichnet und kommt bei Funktionsstörungen der Eierstöcke sowie bei Zyklen ohne Eisprung (Anovulation) während der Pubertät und der Wechseljahre vor. Auch unter psychischen Belastungssituationen kann eine Oligomenorrhö auftreten. Bleibt die Blutung über 3 Monate gänzlich aus (Amenorrhö) kann es sich, außer während Schwangerschaft und Stillzeit, um hormonelle oder psychische Störungen handeln.

 

Schmierblutungen (Spotting) sind Zwischenblutungen außerhalb der normalen Menstruation. Sie können vom Menstruationszyklus zeitlich abhängen oder völlig unregelmäßig auftreten. In der Zyklusmitte kann der Eisprung eine Ovulationsblutung hervorrufen. Auch eine Gelbkörperinsuffizienz oder gestörte Endometriumfunktion kann zu regelmäßigen Zusatzblutungen führen. Bei unregelmäßig auftretenden Zwischenblutungen kommen neben der Einnahme hormoneller empfängnisverhütender Mittel (Antibabypille) auch Intrauterinpessare, bösartige Neubildungen, Entzündungen oder bestimmte Allgemeinerkrankungen wie ein starker Bluthochdruck oder Blutgerinnungsstörungen als Ursache infrage. Blutungen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr rühren meist von Verletzungen her oder treten als Kontaktblutungen bei einem Gebärmutterhalskrebs auf. Länger als 7 Tage anhaltende, stärkere Zwischenblutungen werden als Metrorrhagien (Dauerblutung) bezeichnet und sind entweder hormonell bedingt (Klimakterium, Follikelpersistenz, evtl. auch durch eine Hormontherapie) oder haben eine organische Ursache, v. a. Gebärmutterpolypen, Myome oder Gebärmutterkrebs.

 

Menstruationsstörungen: Störungen der Stärke oder Regelmäßigkeit
Beschwerden Wahrscheinliche Ursachen Erste Maßnahmen
Zu starke Menstruation bei liegendem Intrauterinpessar Möglicherweise Unverträglichkeit des Intrauterinpessars Frauenarzt aufsuchen
Starke Menstruation bei Einnahme von Medikamenten Medikamentennebenwirkung, z. B. von Gerinnungshemmern, Östrogenen Arztbesuch
Starke und etwas verspätete Menstruation Hormonstörung, selten Fehlgeburt im Frühstadium Wenn die Störung mehrmals auftritt, Arztbesuch ratsam
Zu schwache Menstruation, kürzer als drei Tage Wechseljahre , Einnahme der Antibabypille, Hormonstörung mit fehlendem Eisprung Arztbesuch ratsam
Unregelmäßige Menstruation Hormonstörung, beginnende Wechseljahre, seelische Ursache, bösartiger Tumor (selten als alleiniges Symptom) Gelegentliche Unregelmäßigkeiten bei Reisen oder in Stresssituationen sind harmlos. Ansonsten Frauenarzt aufsuchen
Unregelmäßige Menstruation mit Schmerzen Gutartiger oder bösartiger Tumor der Gebärmutter Frauenarzt aufsuchen
Unregelmäßige Menstruation bei Einnahme von Medikamenten Medikamentennebenwirkung, z. B. von Psychopharmaka oder harntreibenden Mitteln Rücksprache mit dem Arzt

 

Störungen der Blutungsstärke: Bei einer verstärkten Regelblutung (Hypermenorrhö) können neben hormonellen auch organisch bedingte Störungen vorliegen, wie z. B. gutartige Gebärmuttergeschwülste (Myome), aber auch eine Endometriose, Entzündungen oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut oder Probleme mit einem Intrauterinpessar. Eine verminderte Blutung, die Hypomenorrhö, ist harmlos und hat keine Krankheitsbedeutung.

Störungen der Blutungsdauer: Die verlängerte Menstruationsblutung (Menorrhagie) dauert länger als 6 Tage und ist entweder organisch verursacht, z. B. durch Muskelgeschwülste, oder basiert auf einer hormonellen Funktionsstörung. Eine verkürzte Blutungsdauer von wenigen Stunden bis zu drei Tagen (Brachymenorrhö) ist meist auf unbedeutende Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut zurückzuführen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 04.04.2012

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