überwiegend nachts (Enuresis nocturna) auftretende unkontrollierte Blasenentleerung, die jenseits des 4. Lebensjahres eines Kindes und häufiger als einmal wöchentlich auftritt. Ca. 10 % aller Sechsjährigen sind betroffen, Jungen stärker als Mädchen. Wesentlich seltener ist das Einnässen am Tag (Enuresis diurna).
Ursache: War das Kind noch nie »trocken«, sind meist Fehlbildungen der ableitenden Harnwege (z. B. eine angeborene Harnröhrenverengung), neurogene Störungen (z. B. Gehirnentzündung) oder Infektionen der Harnwege die Ursachen. Stellt sich das Einnässen erst ein, nachdem das Kind schon »trocken« war, sind oft seelische Belastungssituationen der Grund, z. B. Geburt von Geschwistern, Scheidung der Eltern, Ortswechsel oder Einschulung. Vom gesunden Kind wird der Harndrang als Weckreiz empfunden, beim Einnässen dagegen ist der Blasentonus aufgrund seelischer Spannungen ständig heraufgesetzt und der Weckreiz funktioniert nicht mehr.
Behandlung: Die Therapie richtet sich nach den auslösenden Faktoren. Wenn nach einer Untersuchung beim Kinderarzt oder Urologen körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können, kann eine eingehende Beratung der Eltern durch einen Psychologen oder Psychiater hilfreich sein. Dieser kann entscheiden, ob z. B. eine Familientherapie oder Verhaltenstherapie helfen können. Die medikamentöse Behandlung bringt oft nur eine kurzzeitige Besserung und zeigt eine hohe Rückfallquote.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung